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Nur für euch!

Erstmal der Dienstag:

Was mich hier ja wirklich nervt ist, dass man jede Steckdose einzeln anschalten muss. Man steht minutenlang vor dem Staubsauger und zweifelt an seinem technischen Verständnis. Alle knöpfe betätigt, jedes Kabel an seinem Platz. Nur die Steckdose war halt nicht eingeschaltet.

Davon abgesehen habe ich mich auch über die Pläne der Küche gewundert – was hatten sie vor als sie, auch wenn es sehr gut schmeckte, als Personalessen Bohnen und Paprika-Zwiebel-Gemüse servierten? Ob das so eine gute Idee war? War wirklich lecker, mit einem Würstel dazu, aber ich fand es … mutig :D


Ansonsten war der Dienstag sehr ruhig. Erstaunlich wenige Menschen- es ist wirklich lustig zu sehen, wie sehr London von den arbeitenden lebt. An Tagen wie gestern oder heute, wenn Ferien sind, viele daheim sitzen, kommt einfach keine Hektik auf. Sobald es aber normale Arbeitszeiten sind, kann es passieren das 25 Leute an einem Mittwoch da sind.


Heute war so ein richtiger Dreckstag. Es fing damit an, dass ich aufstehe, kurz auf dem Pc mein Onlinespiel kontrolliere und feststelle dass ich da alles verloren habe. Das würde den Tag nicht wirklich ruinieren, schlimmer fand ich, dass ich 10 Minuten früher als gestern aus dem Haus bin, 8.50 Uhr, um 50 Minuten später als gestern, 10.20 Uhr, an meinem Arbeitsplatz anzukommen. Die hatten irgendwelche Probleme mit der Ubahn – keiner wusste, was wo fährt, dauernd wurden Beschriftungen geändert und all so was. Das alleine frustriert schon. Wenn einem dann noch die frisch geöffnete Probeflasche „Sparkling Wein“ aus dem Kühlschrank entgegen purzelt und alles versaut, man beim Fegen leider die Hälfte übersieht fängt man an zu glauben dass dieser Tag nicht mehr schlimmer werden kann. Stimmte auch, er war wie die Börse oftmals – zum Ende im Plus. Es wurde dann doch noch einigermaßen, sodass ich mich jetzt gleich guten Herzens meinem Abendessen widmen kann.

In diesem Sinne.
Ach und wenn einer mal die emailadresse von Tommy Hilfiger Footwear für mich in Erfahrung bringen kann - wäre toll

Liebe Grüße
Klein Britannien.


11.4.07 21:12


mal wiede 2 tage am stück : )

Gestern habe ich die frevelhafte Tat begangen und mir eine FAZ geholt. Das war wohl die beste Entscheidung seit langem. Es war der Zeitung eine Beilage zum Thema Uhren beigelegt – nun, eigentlich nicht mein Lieblingsthema, aber die Texte zu den verschiedenen Uhrentypen in den unterschiedlichen Städten waren so gut geschrieben- besonders der über London – das ich es wirklich genossen habe.

Bin dann mit der Zeitung ins Kipferl gegangen – das Kipferl, ich erwähnte es anfangs mal, ist ein kleines Österreicher Café mit typischen Spezialitäten des südlichen Nachbarn.
Zotterschokolade, Almdudler, Leberkäse und Kartoffelsalat, all das gibt es da zu erstehen.
Ich saß da also, habe meine deutsche Zeitung gelesen, im Hintergrund schatterten die original importierten Bedienungen, es war fast ein bisschen Heimat : )

Schön am Kipferl ist, dass es sehr liebevoll geführt wird. Es gibt da auch belegte Brote, also so richtiges Brot!, mit Tiroler Speck, Schinken, und all diesen Dingen, die man in Österreich so gut machen kann.

Und da das Kipferl um 17 Uhr zumacht, ich um 16.30 gegangen bin, das Gespräch wurde auf Deutsch geführt, war ich beim rausgehen stolzer Besitzer zweier dieser hervorragend schmeckenden, belegten Brote.
Sie meinte ob ich den welche haben wolle, die müssten die eh wegschmeißen. Ich habe mal ganz Zaghaft eines genommen, die hätte mir aber auch alle gegeben. Haben dann noch über Zeitungen geredet, dabei habe ich rausgefunden, dass sie die Zeit mag. Werde ihr also mal eine als Dankeschön vorbei bringen! : ) Das muss sein. Die war wirklich lieb. Auch wenn man es nicht guten Gewissens Deutsch nennen kann, was die da reden :p


Ansonsten verbrachte ich den Tag mit schweren Magenproblemen. Die gefühlten 300gramm Nudeln mit Hackfleischsoße waren zu viel. Aber die schmeckten einfach zu gut, denn Paul (Koch! ) hat mich auf die geschmackliche Raffinesse des selbst gemachten Basilikum-Öls an den Nudeln aufmerksam gemacht. Da konnte ich nicht widerstehen.

Das musste ich dann heute aber auch in mehrfacher Hinsicht bereuen
Zum einen hat sich mein Bauch angefühlt, als wäre ein Stein in ihm. Das war die eine Sichtweise des Bereuens. Die andere war schlimmer. Es gab heute mal ausnahmsweise, sonst immer, kein englisches Frühstück sonder Roastbeef. Auf den Punkt gebraten, vll eher Rare (böse Zungen würden fragen – war es schon tot?), aber auf jeden Fall köstlich. Und ich konnte nur ein kleines Stück essen. Das hat mich mit am meisten gefuchst.

Nun geht es langsam wieder und ich verabschiede mich auch schon mit 2 sehr ereignislosen Tagen


Euer Brite


13.4.07 23:24


2 tage. heute zum preis von einem!

Juan heißt mein neuer Zimmernachbar. Ein sehr lustiger Zeitgenosse. Deutsch verheirateter Venezuelaner, hauptberuflich Violinenspieler, zu Zeit spielt er in einem Orchester in London. Hat immer nette Storys auf Lager, am besten fand ich den Vergleich einer Violine mit einem amerikanischen Model (schau, und die hüften sind breit)(wir reden aber Englisch, ich habe das übersetzt). Irgendwie hat er was von einem Boheme. Aber naja, ich kenne keine, sodass vll. nur meine Vorstellung von einem ist. Aber man kommt als Musikant gut rum, zumindest erzählt er dass, vll. hat er auch nur viel Fantasie. Aber zumindest schnarcht er nicht, hat mir was von seinem Cider abgegeben, und wir haben uns bis 3 uhr Nachts unterhalten. : )

Habe gestern raus gefunden, dass ich zum Markt auch einen Bus nehmen kann, sodass ich dies mal getan habe. Dabei fest gestellt, dass es in London wirklich ungezählte Parks gibt. Immer nur kleine „Lungen“, in dem sich jung und alt, reich und arm, Arbeiter und Banker zu Pause und zum sonnen treffen.
Was mich aber doch sehr gefuchst hat – mein Kaffeestand ist weg! Also entweder nur umgezogen, und ich habe ihn nur nicht gefunden ( der war in so einer Halle, alle da sind umgezogen) oder aber weg. Ich hoffe ersteres. Ansonsten war es wieder schön, wobei nicht der schönste bisher. Zum einen habe ich mir nämlich eine Pita geholt und die war selten mies ( sehnig, rauchig – einfach nicht gut) zum anderen war die Hölle los, weil auch London sich unter 25° und Sonne amüsiert. Wenn mich das nächste mal jemand fragt, warum ich hier bin, gebe ich das Wetter als Grund an. Bisher nur Glück gehabt.

Was ich an der Themse wieder sehr schön fand, sobald die Ebbe Sandbänke freilegt, kommen ein paar Sandkünstler und fangen an wunderbare Figuren aus Sand zu bauen. Neulich war es ein Drache mit Gelege, die Schuppen fein säuberlich ausgearbeitet, ein frisch geschlüpftes Junges dabei, gestern waren es zwar nur Totenköpfe ( wie unromantisch!) aber auch die waren einfach gut gelungen.


15/04/07


Nach einem eher mauen Start in diesen so unglaublich warmen und sonnigen Tag, habe versucht Thomas Schuhe umzutauschen aber nur einen Gutschein rausholen können, wurde es richtig gut.

Zum Zwecke des Umtausches habe ich mal wieder Camden besucht ( ihr wisst? Kanal, Markt?). Auf dem Kanal herrschte reger Verkehr. Die vermeintlich still gelegten Schleusen, welche von Hand zu bedienen sind, waren in ständiger Benutzung, lauter kleine und große, zu Freizeitbooten umgebaute Kähne kreuzten. An den Ufern des Kanals saßen Sonnenhungrige und auch andere hungrige (Ich zähle zu den zweiten!) Um den Hunger zu stillen, besuchte ich, dem Wetter angemessen, einen Mexikaner und holte mir so eine Art mexikanische Pita. Frisches Grillgemüse, Hühnchenfleisch, 3 verschiedene Soßen in einem Teigfladen gepackt, den samt Teller rollen und fertig. Sau gut! Passte einfach zu diesem Wetter, fast hätte ich anschließend beim Wasserkauf im Sainsburrys „hola“ gegrüßt. Ja, genau. Sonntag im Supermarkt gewesen. Vom Betrieb her kann man das mit Aldi am Samstag vergleichen. Dagegen spricht die Länge an den Kassen, denn da waren maximal 2 Leute in der Schlange, und die Leute sind nicht schneller als die Kassierer im HL-Messel an einem Montag. Das mit der Schlange lag wahrscheinlich daran, dass 25 Kassen auf waren. Plus 3 SB-Kassen, welche jedoch sehr schwach nur genutzt werden. Soviel zum Thema, die machen Jobs unnötig.

Danach bin ich wieder an den Kanal, um mich in die Sonne zu setzen und ein wenig zu lesen.
War eine weise Entscheidung, denn zum einen war es sehr nett anzusehen, wie man fest vertäut bei Vollgas mit seinem Boot losfährt, zum anderen pulsierte das da. Unzählige Menschen. Mit Gitarre, ohne Schuhe. Alles. Aber alle ohne Bier – da achtet die Polizei drauf.

Das einzige was mich genervt hat, war die Drogenszene. Es gibt in Camden zum einen diesen schönen Mix aus Menschen von überall. Aber, da es ja nun doch ein alternatives Viertel ist, viele Drogen. Dauernd wurde ich, wiederum von Leuten in teuersten Klamotten, gefragt ob ich was brauche. Nein verdammt, sehe ich aus als hätte ich es gerade so nötig? Ich habe keine Löcher im Arm!


Aber ansonsten war es wunderbar, sonnig, warm. Einfach perfekt : )


Es verbleibt
Der Brite


15.4.07 21:04


Sheppards pie

16/04/07


Habe mir mal die Arbeit gemacht, die Weine, Portweine, Schaumweine und Dessertweine zu zählen. Knapp über 100. Habe auch hier das erste mal einen anständigen Portwein, sonst nur einmal in der Schule, der war nicht gut, probiert. Eine sehr feine Sache. Da kann man sich fast dran gewöhnen.

Sonst war der Montag wirklich sehr ereignislos. Wie in Deutschland, so stürzen sich auch die Briten Montags noch voll in die Arbeit um erst zum Wochenende hin, jede Gelegenheit zum pausieren beim Schopfe zu packen.

Das einzige worüber ich mich geärgert habe, ist das ich das mit dem Kreditkartenleser noch nicht so raus habe. Habe nicht gewusst, dass auf dem Zettelchen dass der mir ausspuckt „verifited bei pin“ stehen muss. So dass die eine Rechnung quasi nicht gedeckt war. Gott sei Dank, war das ein Stammkunde, somit kann man es wieder ausbügeln. Trotzdem ärgerts mich!


17/04/07

Nachdem ich die letzten Wochen über, seit der Grünstreifen vor der Kirche angelegt wurde, ein bisschen befürchtet habe dass dort nun eine Seenplatte entstehen soll, wurde ich heute wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn heute wurde dann der Rasen endlich gemäht. Ich finde die Art der Arbeitsbeschaffung hier hat was. Zu erst zieht man den Rasen groß, mit viel Wasser (jeden Morgen 2 Stunden Rasensprengen) um ihn dann nieder zu walzen. Übrigens von einem Gärtner, der nur für das bisschen Grün da und einen Park mit ca 35 Meter Durchmesser zuständig ist.
Soviel zum Gärtnern. Ich halte euch auf dem laufenden! :D


Was ich ja an Englands traditioneller Küche nicht so schätze, ist das man generell praktisch kocht.
Zum einen das Frühstück: Schön deftig, vll haben wir ja gerade nen Acker gepflügt. Zum anderen aber das „normale“ traditionelle Essen. Wie z.B. der Sheppards (schäfer) pie (übersetzt es als „schäferkuchen&ldquo Lammfleisch mit Gemüse (Erbsen, Karotten) zusammen gekocht, in eine Schale und Kartoffelbrei drauf. Nun denken wir 200 Jahre zurück, dass ganze nicht so abgeschmeckt. Das wurde auf dem Feld gegessen.

So war auch unser Frühstück heute. Um eines vorne weg zu nehmen, es war wirklich gut.

Hackfleisch, auch mit Erbsen und Möhren gekocht, dann auch Kartoffelbrei drauf. Quasi wie Frikadellen mit Kartoffelbrei.

Die Küche besticht halt durch Zweckmäßigkeit, wie wahrscheinlich jede traditionelle Küche, und durch Nahrhaftigkeit.

Aber ansonsten schmeckt es sehr gut! : )

Das war es
Ereignislos zu Zeit.
Lg Aus England


17.4.07 20:47


wichtig

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6634966_TYP6_THE_NAV_REF_BAB,00.html


Moar, jetzt weiß ich warum die Gläser hier keine anständige Blume kriegen - weil sich sont briten benachteiligt fühlen
Gute Nacht
Euer Exil_Messler
18.4.07 00:34


!!!

Zum einen ist mir aufgefallen, als ich gerade einen machte, dass Cappuccino wohl der größte Betrug ist, seit es Kaffee zu kaufen gibt.
Man hat verdammt wenig Einstandskosten und verkauft einen schlichten doppelten Espresso, mit Milch, welche mit Hilfe von heißem Wasser und Dampf in ihrem Volumen um ein vielfaches steigt. Das erst mal dazu.

Außer den, wie immer eigentlich, anwesenden Stammgästen von Nebenan, die erfreulicher Weise jedes mal min 10 Pfund Trinkgeld da lassen, war der Mittwoch eher öde. Um so schöner wurde es dann heute. Denn der Tag fing schon deswegen gut an, weil mein Freund ( der Gärtner) mal wieder den Rasen gemäht hat. Ich denke, nach dem er ihn 3 Wochen mit so viel Hingabe gewässert hat, ist es sein gutes Recht ihn diese Woche mal etwas kürzer zu halten und gleich 2 mal zu mähen.

Dann gab es noch hervorragendes Personalessen. Knackiges Zwiebel-Paprika-Gemüse und Kartoffeln mit einem wirklich saftigen Hähnchen. So mundet das wirklich gut. Dabei fällt mir ein Gesprächsthema ein, mehr 2.
Zum einen, wenn ihr in England ein Steak bestellt, fragt woher der Koch ist. Wenn ein Engländer in der Küche steht, bestellt es, wenn ihr es medium wollt, welldone- medium. Kocht ein Ausländer reicht die Bestellung medium. Denn wenn ein englischer Koch diese Bestellung bearbeitet, könnt ihr froh sein wenn das Steak nicht mehr zappelt!
Außerdem haben wir uns über Sehenswürdigkeiten unterhalten, und mein Einwand zu dem Thema war, dass ich z.B. den Tower zu teuer finde.
Rica meinte nur, dass ich da mal im Sommer schauen muss, die haben da oft so Angebote wie „2 for 1“. Danke, sehe ich so dick aus? : )

Teekultur hat es hier übrigens echt nicht mehr. Also wahrscheinlich, wie Papa sagte, nur im privaten. Entweder man geht in einen der Sternehotels, um da eine, nur für Touristen, angerichtete Teezeit mit zu machen, oder man trinkt Beuteltee und isst Shortbread (wobei das bei uns sehr gut ist, backen die Köche selbst!)

Gott sei Dank bin ich ein so friedfertiger Mensch, sonst hätte ich heute fast einen Mord begangen. Ich wurde mit einem Franzosen verglichen. Ich hätte nicht gedacht dass mein Englisch so mies ist, aber scheinbar deutet mein Akzent auf eine französische Herkunft hin. Muss mich mal aufnehmen und etwas harscher reden. Er meinte zwar „oh your english is not bad“ was aber auch, ich habe Rica gefragt, soviel heißen kann wie „es gibt viele, deren Englisch ist noch schlechter“ . Weiß nun nicht, ob ich mich über dieses Lob freuen soll.

Neben der Unterhaltung mit diesem Gast, führte ich noch eine mit einem älteren Herr der mit Sohn des Nachmittags kam. Er bestellte ziel sicher eine Flache German Riesling, was mich schon sehr überraschte, sich aber im Gesprächsverlauf nur als logisch heraus stellen sollte.
Den er diente früher bei der britischen Armee und war, im Zuge dessen, lange Jahre in Deutschland stationiert.

Er mag die deutschen Weißweine, die schmecken einfach alle. Das habe er sogar mal gewettet, mit seiner Frau, und die haben für 1.99 MARK eine Flasche im Supermarkt gekauft – selbst die war gut! : ) Habe ihn dann auch auf deutsche Rotweine aufmerksam gemacht, da verzog er das Gesicht und machte einen Witz. Ich revangierte mich mit einem Spruch über die englischen Weine. Das war ein klarer 1:0 Sieg für mich.
So ist es aber wirklich am besten, sein Englisch zu trainieren. Mit Vertrauten der Materie (in diesem Fall deutscher Wein und Deutschland) sich in langsamen Englisch zu unterhalten.

Seine Deutschkenntnisse, auch die seines Sohnes (er hatte Deutschunterricht), belaufen sich nach eigenen Angaben auf folgenden Satz:
Ich spreche so gut Deutsch, wie eine spanische Kuh.

Vor allen Dingen habe ich nun die Adresse, und die Namen, verschiedener englischer Pubs die gutes Ale ausschenken. Habe ich mir von dem Herrn Sohn in mein Notizbuch niederschreiben lassen, sodass ich sicher gehen kann es noch lesen zu können.

Das war es zu den Tagen.

Ach nein, ich fange auch an Rezepte in mein Büchlein zu schreiben, damit ich die besten mal machen kann.
Also werde ich mal englisch kochen, wenn ich wieder da bin.


So far
Der Britanese


19.4.07 22:09


Wieder einmal! : )

Das gestrige Frühstück hat mir ein wenig meinen Magen zerschossen. Fette Bratkartoffeln, Rührei mit Käse!, Wurst und Bohnen waren selbst mir zuviel.
Aber bevor das Frühstück anstand, gab es erstmal eine Begegnung der anderen Art.
Die Tage zuvor kam eine leicht seltsame Frau, die nach eigenen Angaben oben drüber wohnt, in das Restaurant um auf Toilette zu gehen. Danach kaute sie Rica, ich konnte gehen, Stunden das Ohr ab. Tags darauf war sie wieder da, saß für 4 Stunden danieder, trank ein Kännchen Tee ( der Beutel zwei mal aufgebrüht) und eine Tasse Kaffee. Freitag saß sie dann, als ich um 10.45 am Laden vorbei lief, schon in eben diesem, um mir wild zu winken und sich wahrscheinlich zu wundern warum der Service heute frei hat. Rica hat sie dann erst einmal heraus gebeten, wir öffnen erst um 12. Also sowas dreistes, nun gut, Abends war sie dann unerwünscht.


Soviel dazu – was ich persönlich immer sehr amüsant finde, ist wenn man morgens auf dem Weg zum Ubahnsteig von wild rennenden Leuten überholt wird, damit die eine Ubahn knapp verpassen, von der sie ohne rennen nicht mal gewusst hätten das die da gerade fährt. Es wäre nicht ganz so lustig, wenn zu Stoßzeit nicht sowieso alle 3 Minuten eine Ubahn kommt, das rennen somit also wirklich unnötig ist. Aber nun gut, jedem das seine. Schließlich sind wir alle busy. Und höflich.
Höflich, oder besser die englische Etikette, ist wirklich was beachtliches.
Mir fällt das bei den Stammgästen von nebenan auf, die oftmals mit Kunden kommen.
Wenn sie unter sich sind, gibt es ein Sandwich und Weißwein. Mit Gästen wird Rücksicht genommen auf Hauptgericht, bei Wunsch gibt es eine Vorspeise, die Wahl der Weinfarbe ist auch nicht festgelegt.
Bei dieser Gelegenheit fiel mir auch auf, dass es scheinbar wirklich so etwas wie einen „casual Friday“ zu geben scheint, zumindest sind Freitags wesentlich weniger Krawatten und Anzüge im allgemeinen zu sehen. Zumindest in den kleineren Büros scheint das nicht unüblich zu sein.


Eine gute Idee fand ich auch, die Möglichkeit eine Codenummer, für das Betjemans die 1121 an eine Telefonnummer zu schicken, um dann auf ein Taxi zu warten. Erspart diese Lästigen Telefonate. : ) Das Taxi weiß wer sich hiner der „1121“ verbirgt, und der Gast weiß dass er ein Taxi bekommt ohne in den Hörer lallen zu müssen.


Samstag:

Heute ist in der Kirche am Borough-Market irgendein Pfadfinderkongress. Aber nicht diese Wischiwaschie Pfadfinder wie ich sie nun aus Deutschland kenne, sondern so richtige. Das hat hier noch so was richtiges Pfadsuchendes, wie die alle in Uniformen da rumlaufen. Gleichen Schuhe und Hosen, Hemden sowieso.
Und Hüte! Ja, endlich ist mein Traum in Erfüllung gegangen, einen Pfadfinder mit Hut zu erblicken. Zwar sind die hier auch ganz schöne Warmduscher und tragen bei 25° schon Strohhüte und keine Pelzmützen mehr, aber immerhin, es hat was von den Fähnlein Fieselstrauch.

Habe während ich mich den Beobachtungen der Pfadsuchenden hingab gefrühstückt. Mein Kaffeestand hat den Weg zurück gefunden. Also habe ich wie immer meine Stulle geholt, einen Brownie und einen Kaffee. Das war spitze, zumal wie oben zu entnehmen, heute wieder warme 25 Grad waren und die Sonne warm herunter strahlte. Hatte mich leider etwas zu dick angezogen, Pullover und Sakko, aber nun gut, man kann ja nicht alles haben und ahnen!
Dabei habe ich mir überlegt, dass die Märkte in London, oder anderen großen Städten, auch deswegen die Vielfalt bieten, weil es einfach ein internationaleres Publikum ist. Für die Japanischen oder Chinesischen Touristen, die Amerikaner und Australier, ist London nicht primär England sondern erst mal Europa. Und sie erwarten hier ein Baguette zu bekommen, dass vll eine europäische Spezialität für die dar stellt und keine französische.

Auf dem Weg zum Markt hat mich mal wieder meine Freundin, die Themse, beeindruckt.
Irgendwie hatte ich heute eine Zeit erwischt, zu der ich noch nicht da war, aber sie war irgendwie fast komplett weg. Da waren geschätzte 20 Meter Sandbank frei, wo das Wasser sonst mindestens 1.5 Meter hoch steht.
Eine 20 Stufen lange Treppe, bei der ich mich immer gewundert habe wer denn soweit ins Wasser laufen will, lag heute auf einmal komplett im trockenen und führte zu einem, nun halt nicht mehr genutzten, gepflasterten Steg. Normal war auf dieser Treppe nach 4-5 Stufen schon Wasser.
Das man den normal nicht sieht, könnte daran liegen dass die Themse so stark gebändigt wurde. Zum einen gibt es, aus Furcht vor einer Sturmflut, flussabwärts ein Bollwerk dass die Themse etwas reguliert, zum anderen daran dass der Fluss in Beton fließt. Ende der 40iger bis Anfang der 50iger badeten die Londoner noch in der Themse. Es gab Sandstrand, das Wasser war sauber – heute wäre das wohl nicht mehr zu empfehlen, oder nur wenn man mit 2 neuen Armen raus kommen möchte.



21.4.07 20:46


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