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Regenwetter!


Beneidet habe ich den Besitzer des Standes auf dem Convent-Garden-Market gestern wahrlich nicht. Denn er gehörte zu den wenigen auserwählten die ihren Stand unter freiem Himmel und nicht in der Halle hatten. Zwar half eine Plane dabei, ihn vor all zu viel Wasser zu schützen, aber bei Seitenwind hilft auch die nicht so viel. Ungünstig war in diesem Fall dann aber, dass er nicht wie die anderen Hüte oder Koffer verkaufte, sondern selbst gemachte Seife. Da bekamen die gelben Schilder mit „Achtung rutschiger Boden“ eine ganz neue Bedeutung.

Aber der Reihe nach. Ich habe, auf Grund des schlechten Wetters, nach meinem obligatorischen Marktfrühstück, mir einen Bus ausgesucht der nach eigenen Angaben zum National Transport Museum fährt. Dass dies zu Zeit leider geschlossen ist, abgesehen vom Laden der dazu gehört für die Ubahn-Fetischisten unter uns, stand leider nicht auf seiner Anzeige. Jedoch war direkt neben dem Laden ein Marktgelände, der Convent-Garden-Markt. Die älteren, die sehr älteren unter uns werden jetzt denken „ was den gibt es noch? Da habe ich doch früher immer mein Obst und mein Gemüse gekauft!“ Richtig. Zurück geht er auf ein Kloster, dass 1700irgendwas das permanente Marktrecht erhielt. Im Laufe der Jahre hat sich das dann zu einem Markt mit viel selbst gemachten, wie Seifen, aber auch Schokolade, Tees, Spielzeuge, entwickelt. Da er recht Stadtnahe ist auch sehr an Touristen orientiert, aber er hat seinen ursprünglichen Charme behalten. Schön war vor allem der Spielzeugladen nur für Puppenzubehör. Also Theaterpuppen. So etwas wie die Marionetten aus dem Erzgebirge, aber nur viel mehr. Fingerpuppen Theater, Kasperletheater, große Puppen, kleine Puppen. Alles. 

Danach habe ich dann erstmal einen Ausgedehnten Walk (klingt viel urbaner als Spaziergang!) durch die Peripherie des Marktes gemacht und dabei viele kleine, nette Boutiquen entdeckt. Schuhe, Anzüge. Alles was Mann so braucht. Und auch ein paar für Frauen, wobei es eindeutig an die Männer gerichtet war da.

Nachdem meine Füße dann aber nass waren und zu dem auch schmerzten, suchte ich mir einen Bus nach Pimlico. Es ist einfach die beste Variante eine Stadt kennen zu lernen, besonders diese Stadt, wenn man in den Bus steigt, los fährt und dann da aussteigt wo es einem gefällt. In diesem Fall gab es das nicht, aber auf der Rückfahrt habe ich dann einen urigen, total goldigen, kleinen Hutladen entdeckt. Und da ich sowieso einen Hut brauchte, um den englischen Landhausstil möglichst authentisch nachzumachen, bin ich sofort aus dem Bus gestürzt und in den Laden rein.

Bewegen war mit Umhänge Tasche schon eher kompliziert, was auch daran liegen könnte das die indische Frau des englischen Besitzers und eben dieser die ganze Zeit um dich rumwuseln.

Ein Hut für meinen Kopf zu finden gestaltet sich eher schwer, aber der Inhaber hat mit seinem geschulten Auge erkannt das ich einen Panamahut brauche. Kann man knauschen und ist praktisch im Handling. Auch von der Größe her das richtige für mich. Zwar habe ich noch einige andere aufprobiert, die mir aber nicht standen. Die Frau hat dabei immer die geschätze Größe genannt, während der Mann auf der Leiter stehend die Hüte reichte. Dann noch etwas über „clevere Deutsche“ unterhalten und ich war um einen Hut reicher. Der Laden war wirklich Gold wert!

 

Abends gehörte ich dann wohl zu einem der wenigen Menschen, die in London ein „Früh Kölsch“ aus einem „Gaffel Glas“ trinken und dazu englische Chardonay-Vinegar-Crisps essen. Aber auch das hat was!

 

Heute habe ich dann auf dem nächsten Markt gelernt was Peta heißt: People eating tasty Animals.

 

Der andere Markt war der Spitalfieldmarket nähe der Liverpoolstreet. Der war nun ganz nett, aber nicht so gut wie der Boroughmarket. Auch wenn der sowieso unerreichbar ist.
Schön war die Mischung. Neben spotbilligen 2nd Hand Schallplatten gab es viel Kunst ( am Boden auf gesägte Bierflaschen, mit dem Hals wieder auf den Boden geschmolzen als Trinkpokal). Aber alles in allem ein überlaufener, aber ganz netter Markt.
Interessanter war dann aber mein Walk (ich bin wirklich urban! Das zweite mal im Text) durch die angrenzenden Straßen. Schon früh habe ich mich über die kryptisch anmutenden Zeichen auf den Straßenschildern gewundert und fürchtete schon dass hier die Freimaurer ihr Unwesen treiben. So schlimm war es dann aber nicht, ich bin schnurstracks in das indische Viertel gelaufen. Die sind so schon sehr interessant, bunt und voller guter Gerüche, aber heute war da ein Straßenfest. Ich weiß zwar nicht genau was da gefeiert wurde, aber es war laut und die jugendlichen durften Krach machen. Auch gab es auf den Straßen Stände mit indischem Essen, aber die sahen nicht so Vertrauens erweckend aus. Da lief ich einige Minuten rum, ließ das ganze auf mich wirken und beschloss dass der Multikulti Gedanken nun zu Genüge gefördert wurde und lief langsam wieder Richtung Liverpoolstreet. Da kam ich leider nie an. Auf dem Weg dorthin musste ich an einem Laden vorbei, der nach eigenen Angaben traditionelle, englische Produkte vertreibt. Ich sah die Lemonade (nicht zu verwechseln mit dem was in Deutschland getrunken wird) im Schaufenster und dachte, dass musst du probieren. Es war eine weise Entscheidung. Sie war sauer, aber nicht das man das Gesicht verzieht. Sie war auch süß, aber so dass sie erfrischend bleibt. Abgerundet durch Ingwer für die Schärfe, nicht viel, und einigen Kräutern war sie, eiskalt bei 3°, einfach ein Genuss. Habe mir gleich das Etikett abgemacht, und den Laden notiert, dass ich den wieder finde.

 

Auch ansonsten hatte dieses Viertel viel zu bieten. Stoffläden für die klassischen, afrikanischen Gewänder. Läden mit Abendgarderobe für Kinder. Klamottenläden für Baby, in denen man praktischer Weise auch Lotto spielen kann und Geld in farsi nach Indien überweisen, wenn man da nicht einfach nur eine Portion Curry essen will.

Auch gab es diese kleinen, netten Läden die man in Berlin, ohne es zu wissen- das habe ich nur gelesen, die man in Berlin so oft findet. Lauter unbekannte Schneider, aber auch schon sehr teure Hemdenschneider, neben Zeitungsläden und einer freien Kirche in der jeder, der Priester ist Gottesdienste abhalten darf. Egal welcher christlichen Konfession.

Die Häuser sind alle aus diesem typischen Londoner Backstein ( Marry Poppins grüßt! Schornsteine, Backstein und Hinterhöfe), über all fahren Busse. Es ist wirklich nett da gewesen.

 

So, das war es aber auch schon, zumindest fällt mir gerade nichts mehr ein, was es zu erwähnen sich lohnen würde.

 

Johannes

 

13.5.07 21:03
 


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