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Man der arbeit aufgewacht!

Das war mal wieder ein Bilderbuch Anfang für den gestrigen Tag- zu erst sprudelte die Wasserflasche munter los, nachdem ich den Deckel abschraubte.
Dann wollte ich genüsslich einen Schluck meines Tees zu mir nehmen – und was war? Richtig! Die Milch war sauer!
Beim polieren der Champagner Gläser habe ich dann dank meiner Feinmotorik 2 zum splittern gebracht. Aber, halt, das wars schon an negativen Dingen.

Dafür war das Frühstück mal wieder sehr gut – einer dieser Sandwiches. Wenn die in England immer so gut wären, könnte ich mich daran gewöhnen. Aber leider sind die es nicht! Und auch die Limo – das ist hier leider ein Kapitel für sich. Die typische Englische Picknicklimo ist entweder sehr teuer (ja ich finde 3 Pfund pro Flasche teuer) oder aber.. Ähnlich Tritrop (tritop?) so ein Sirup den man mit Sprudelwasser vermischt. Im Verhältnis 1:7. Das ist intensiver als der Colamix bei Fastfoodketten. Und dieser Sirup schmeckt.. Nun, Papa würde sagen wie die Farbwerke Höchst. Und dem kann ich mich nur anschließen. Einfach widerlich.

Was mir aber wieder gut gefallen hat, war einer dieser typischen Englischen Männer ( Sakko, Oxfordenglisch, polierte Schuhe – ihr wisst schon!) der zu Tür reinkam, sich das Sakko zu machte, um es auf der anderen Seite ganz elegant wieder aufzumachen, während er zu seinen Gästen am Tisch steuerte.


Abends hatten wir dann eine Privatparty. 70 Leute, 18 Magnumflaschen Champagner. Das erste Glas für jeden gestaltet sich noch sehr einfach. Glas steht auf dem Tisch, ich fülle nur ein.
Schwierig wurde es ab dem dritten. Das mit dem gerade halten hat bei unseren Gästen nicht mehr so gut geklappt, man hatte in der Menge kaum bewegen können und am liebsten haben sie die Gläser so in Nasenhöhe gehalten. Erleichtert für mich das einfüllen ungemein. Zumal wenn es im 45° Winkel gehalten wird, damit es nicht so schäumt – eigentlich sehr nett, aber man sollte es doch nach und nach gerade aufrichten, damit noch etwas reingeht.
Aber ansonsten war auch das nicht all zu spannend – waren halt viele Leute. Es gab noch ein paar Canapes, die sehr lecker waren, und zum Schluss wurde auf Bier umgesattelt.
Um 22.00 bin ich dann auch schon gegangen, wurde eh ruhiger, weil jeder ab 21.45 selbst zahlen musste.



Heute war hier, im Gegensatz zu Deutschland, kein Feiertag.
Zwar ist der erste Montag im Mai frei, aber der ist bekanntermaßen erst nächste Woche. So werde ich dann meine Ruhe haben und die Sonne genießen, während ihr im Büro schwitzen werdet! Oder an der Universität!

Das Frühstück war wieder einmal praktische, englische Küche. Frikadellen und Kartoffelbrei zusammen gekocht. Aber das war mir herzlich egal, denn wir hatten den Tag davor wegen der beschrieben Party alle Tische und Stühle runter geräumt. Da hatte ich den angenehmen Part und musste nur runter reichen. Heute jedoch stand ich unten und musste 35 Stühle und 10 Tische, oder 8, durch die Luke hoch geben. Das war eher anstrengend. Als das fertig war, war mir jedes Frühstück recht.


Das war es auch schon wieder!
Gruß aus klein Britannien.


1.5.07 21:47


Ich habe ihn nicht vergessen

Morgen kommt er! also heute, am freitag.

Habe heute nicht so die Muße, die ist mal wieder irgendwo anders rumknutschen

Von daher. Morgen ! : )
4.5.07 01:43


hm

Was mir immer Spaß macht, ist Menschen in der Ubahn zu betrachten. Mir Geschichten vorzustellen – was sie wohl arbeiten, wie sie heißen. Haben sie Frau, Kinder? Wie alt die wohl sind? Man kann es auch Neugierde nennen, aber die Tube bietet nun mal eine so breit gefächerte Auswahl an Menschen, da bleibt einem gar nichts anderes übrig als darüber nachzudenken. Was ich wohl als einziger in der Ubahn so sehe, der Rest sieht immer sehr desinteressiert und stur aus. Die schauen nie nach links oder rechts.

Ich fange außerdem an, an mir zu Zweifeln. Als gestern die Kassiererin im Supermarkt 1,05 Pfund wollte ( gesprochen Won Oh Faiv) wollte ich kurz nach einem 0Pencestück suchen!
Entschädigt wurde ich danach durch einen Feuerlöscher im Aufzug. Die werden ja immer in verschiedene Kategorien unterteilt, A oder B oder C Löscher. Oder ABC-Löscher. Löscher der Kategorie A sind so für Holz oder Papierbrände. Also eher öde. B wird dann schon spannender – für brennende Flüssigkeiten. A und B dass zu löschen war der Löscher im Aufzug in der Lage. C ist für Strombrände. Ich musste mich unwillkürlich fragen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist dass im Aufzug ein Lagerfeuer außer Kontrolle gerät, oder ein Kanister Benzin brennt, aber wieso ist es unwahrscheinlich dass im Aufzug ein Strombrand passiert?


Ansonsten waren die zwei Tage sehr ereignislos. Bis auf gestern Abend, da hatte irgendwer erzählt bei uns gibt es was kostenlos- zumindest rannten uns die Menschen förmlich um. Also sowas – manchmal hat es so Tage, da fragt man sich woher auf einmal die ganzen Menschen kommen und wieso die sich nicht mal auf die Woche verteilen können. Aber nun gut, auch das macht mal Spaß!
Auch war wieder der Spiegel lesende Freund da – ich habe mich aber leider nicht so viel mit ihm unterhalten können, auf Grund des besagten Betriebes. Aber so ein Leben, das hat schon was. Abends gemütlich bei einer Flasche Weißwein seine Financial Times zu lesen, dazu was knabbern. Und das halt so gewandt. Also nicht aufdringlich oder unangenehm. Er hat einen intelligenten Touch, der ihn sehr sympathisch macht.


Heute morgen haben wir wieder Pancakes gefrühstückt. Normalerweise ist der Freitag ja Englisch Breakfast Tag, aber ab und zu essen wir auch gut! Die Pancakes habe ich ja bereits beschrieben, also teile ich nur mit dass ich mal wieder übertrieben habe. Aber die schmecken einfach zu gut, als dass man da unter 6 Stück aufstehen könnte. Mein Favourit heute war Schokolade-Banane. Die backen da irgendwie alles rein, genauso übrigens wie die fast alles auf den Crepe legen. Aber das ist ein anderes Thema!

Neulich habe ich in einem Buch, Tender Bar – sehr zu empfehlen, dass echte Gentlemen ihre Zeitung beim Lesen in der Bahn auf ein viertel zusammen klappen. Ich habe mir das ja eher unpraktisch vorgestellt, aber heute Morgen habe ich dann glatt gesehen dass das sogar gemacht wird. Und es sieht wirklich eleganter aus, als mit einer ausladenden Bewegung die seine vier Nachbarn mit seiner Zeitung zu beglücken. Wobei die hier aber generell ein anderes Zeitungsformat benutzen, mit dem das geht. Bei der FAZ oder der Zeit ist das nicht möglich.

Was mich schwer traurig gemacht hat, ist die Tatsache das Henry wieder in Deutschland predigt. Der hat es dann hier doch nicht geschafft, was vll auch daran lag dass er seine spärlichen Englischkentnisse dazu nutzte, jeden und alles zu Gott zu bringen. Und zwar richtig übel – so mit Hand auf dem Kopf, wenn er für dich betet und so was. Ich bin dann doch echt froh, dass ich ihm relativ verständlich gemacht habe, dass ich von seiner Annäherung nichts halte. Und wieder ein Mensch mehr, der mir 5 Zentimeter in meinem Blog gibt. Morgen gibt es dann wieder mehr, schließlich habe ich da 2-Monatiges.


4.5.07 20:24


Jupp

Samstag habe ich doch glatt Konkurrenz bekommen. Da sitze ich an der Themse, sinniere so über dies und jenes. Schaue mich um und mir gegenüber sitz ein Jüngling der in sein Moleskine zeichnet. Beobachtet still durch seine Sonnenbrille und zeichnet. Ich würde viel dafür geben auch gut zeichnen zu können. Denn das hat wirklich was, wenn man wie einst die großen Naturforscher, sein Notizbuch mit Zeichnungen, Portraits und Bildern schmücken könnte. Nun, so muss meine Altägyptische Schrift genügen.

Was mich am Freitag sehr gefreut hat, Michael unser polnischer Küchenjunge trinkt seinen Kaffee auf mein Anraten hin jetzt auch mit Sahne. Er war ganz überrascht, dass das schmeckt – was bei ihm aber zu erwarten stand, denn er frühstück seine Pancakes morgens auch mit Mengen an Sahne.
Wobei mir beim Thema Kaffee das wohl unschönste am britischen Empire einfällt.
Ich habe mich bei Nordsee immer ein wenig, im Stillen, über die alten Damen amüsiert die unseren Kaffee hoch gelobt haben. Wie gut der wäre, so stark und aromatisch. Nun, ich glaube mitlerweile die waren davor lange Zeit in England und kannten Kaffee nur noch aus Schnabeltasse ähnlichen Behältern. Wenn man nicht gerade zu den Ketten geht, Starbucks, Caffe Nero, Costa-Coffee, bekommt man in den kleinen Läden immer was vorgesetzt, dessen Grundprodukt einst von Drury stammte. Einer alt eingesessenen Kaffeerösterei auf den britischen Inseln. Die Tatsache dass sie alt eingesessen ist, sorgt leider noch nicht dafür dass der Kaffee schmeckt. In etwa so stelle ich mir das Zeug vor, was in Deutschland nicht genommen wird. Bitter, sauer, stark. Passend beschrieben. Dann steht der noch eine Weile auf einer Warmhalteplatte um schön zu reduzieren, so dass man dann eine Art Kaffeejus.


Was ich lustig finde, was aber wahrscheinlich nur in einer großen Stadt wie London geht, ist das es ungefähr 5 Busunternehmen gibt. Für den öffentlichen Personennahverkehr. Die sich zwar in den Busfarben und Formen gleichen, jedoch alle auf eigenes Risiko fahren. Das nennt man wohl, seitens der Londoner Verkehrsgesellschaft, Risikostreuung. Denn durch die Konkurrenz entsteht ein gewisser Leistungsdruck, denn in Darmstadt eine Heag beispielsweise nicht hat. Ich glaube dass ich mich damit anfreunden könnte.

So. Ansonsten habe ich heute das erste mal Londoner Regen gehabt. So ein richtiges dichtes Bindfäden getratsche, am Stück. Erst als ich mich auf den Heimweg machte, durchnässt und genervt von den vielen, beinahe tödlichen Schirmattacken, kam langsam die Sonne raus. Sodass dann morgen wahrscheinlich der Londoner Nebel den Einzug halten wird.

Sonst waren diese 3 Tage Ereignislos, und eher öde.
Ich werde aber versuchen, die nicht vorhandenen Ereignisse wieder im 2 Tage Rhythmus zu posten, damit ihr wisst wann man online kommen muss!.

In diesem Sinne
Es grüßt
England


7.5.07 20:11


www.titanic-magazin.de

Versuch zum Dialog der Kulturen (1)


Der 17jährige Sohn eines Bekannten ist zu Besuch. Wir unterhalten uns. Das Telefon klingelt.

Er: Das Telefon klingelt.

Ich: Ja, stimmt.

Er: Willst du nicht rangehen?

Ich: Nein.

Er (entsetzt): Wie? Warum?

Ich: Weil ich gerade beschäftigt bin.

Er: Aber – wir reden doch nur.

Ich: Eben.

Er: Aber… (Panik steigt in seinen Augen auf) – das Telefon klingelt doch!

Ich (lauschend, kurze Pause): Jetzt nicht mehr.

Er starrt mich fassungslos an. Sein Blick irrt nervös umher. Vermutlich fürchtet er, daß ich ihn jetzt gleich in den Keller locken und dort aufessen werde. Die Stimmung entspannt sich auch im folgenden nicht mehr so recht. Dialog letztlich gescheitert.



Musste gesagt sein!
8.5.07 19:48


!

Gestern habe ich beschlossen, dass meine Lieblingsorte zwar sehr interessant sind und ihren Rang auch zu Recht haben, aber London doch eben mehr zu bieten hat als Trafalger Square und Borough Market.
Ich bin also zu Bushaltestelle und habe mir einen Bus ausgesucht, der mir gefiel. Kriterium war einzig dass es ein Doppeldecker ist. Raus kam ich in Waterloo. Also an der Ubahnstation, nicht in Belgien (war das Belgien?). Dort bin ich dann einfach mal blind los gelaufen und prompt entdeckte ich dass da einige sehr kleine, süße Buchläden ihr Unwesen treiben. Die hatten z.T. halt zu, aber die werde ich mir noch mal anschauen. Neben den Buchläden gab es Galerien und so existenzialistisch anmutende Klamottenläden.
Was mich nur immer erschreckt ist dass, obwohl das Viertel recht nahe an der City ist, die Hinterhöfe schnell einen vergammelten Tatsch bekommen. Da rosteten Wohnwägen und Metallschrott rum, dann mal eine Schule die mehr an den Hochsicherheitstrakt von Stammheim erinnerte und zwischen drinnen noch ein paar Quick-Imbiss-Läden. Also, romantisch ist das Viertel nicht. *von der Liste streiche*
Was mich dann aber immer für die Hinterhöfe entschädigt ist, wenn es auch nicht im Zusammenhang steht, dass die ganzen wichtigen Menschen in der Ubahn leider keinen Handy und Emailempfang haben. So ist einzig das rascheln der Gratiszeitungen, die wahrscheinlich aus eben diesem Grunde so erfolgreich sind, und das Gedudel der Ipods das einzige was einen in seinen Kreisen stört.
Gestern war erstaunlich, ja erschütternd wenig los. Ich weiß nicht was die alle gemacht haben, aber essen waren die jedenfalls nicht. 11 Kunden ist nun doch eher im unteren Bereich anzusiedeln. Dahin gegen heute ein wahrer Genuss. 21 Leute, aber nicht alle auf einmal, sondern schön verteilt so dass es nicht stressig wurde. Die letzten die noch saßen als ich ging, waren mal wieder die netten Herren von nebenan. Die haben mal wieder 4 Flaschen Wein zu viert und das Firmengesicht seine 6 Bier geleert. Ich frage mich nur immer, wie die ihr Geld verdienen, wenn die doch dauernd am Essen und Trinken sind. Und heute war kein Gast dabei!

Das Wetter hat zu meinem Nachteil umgeschlagen. Nachdem die ersten Wochen ja in lauer Frühlingslaune vorüber gingen, stellt sich nun langsam der Londoner Regen ein. Kalt, Nass und bewölkt ist es. SO wie es in London wohl sein muss. Begrüßen tue ich diese englische Tradition nicht, aber auch das gehört dazu.

Heute, als ich ging leider, kam auch wieder der Berliner Großgrundbesitzer (merkt ihr es? Ich übertreibe um euer Interesse zu erhalten!). Somit hatte ich keine Möglichkeit mit ihm zu plauschen, aber immerhin weiß ich das es ihm gut geht.

So. Das war es auch, nur noch eine, wenn auch nicht formatierte, Geschichte für euch.


http://home.arcor.de/jackw0lfskin/internet.html
9.5.07 20:23


Oo

Wieso kommen die Leute lange Zeit nicht, um dann alle auf einmal auf die Idee zu kommen, dass da noch eine süße, kleine Weinbar in Barbican ist? Diese Woche war wirklich gut, um nicht zu sagen sehr gut. So viel los war schon lange nicht mehr, aber auch das muss mal sein. Ohne euch zu sehr zu langweilen wollen, muss ich doch ein Kundenpaar beschreiben.

2 mittelalte Damen die sich gediegen mit 1.5 Flaschen Wein die Kante gegeben haben. Bei der zweiten Flasche Wein fragte mich die Dame die orderte woher ich sei.

Germany. Ah, ich war neulich in Bonn. Sehr schöne Stadt, alles sehr liebevoll. Und Köln ist auch sehr schön. Der Dom!

Meint doch glatt die andere, leider völlig ernst: Ist das nicht alles zerbombt und zerstört?
äh nein, der Krieg ist vorüber. Thomas hat mich erst später auf die Idee gebracht zu fragen wie denn die Küste zu Zeit aussieht. Oder irgendwas von V2 brüllend in den Keller zu rennen.

So was, da amüsiere ich mich schon die ganze Zeit drüber.

 

Was ich, das Thema Umweltbewusstsein in England, mal aufgreifen muss ist das Wasser und die Art der Toilettenspülung. Ich weiß nun, warum der Druck hier eher mies ist. Solange es in den Männerstehtoiletten ein Spülungssystem gibt, und das ist hier fast überall installiert, dass  vollautomatisch alle 5 Minuten, 24 Std am Tag, 365 Tage im Jahr, spült ohne dass jemand auf dem Klo war, wird der Druck weiter so niedrig bleiben und das Wasser im Sommer knapp werden. Dass die das nicht verstehen.

 

Ein Grundnahrungsmittel hier sind übrigens die Baked Beans. Die gibt es nicht nur, wie befürchtet, zum Frühstück, nein die taugen für alles.

Ob auf der Pizza, zum Frühstück, beim Grillen oder zum Räuchern, als Nudelsoße oder auf dem Sandwich. Laut Chris sind die so eine Art Grundnahrungsmittel seiner Kindheit gewesen.

Na, und die finden Nutella hier zum Frühstück pervers? Das verstehe ich langsam echt nicht mehr.


So. Das war es auch. Werde morgen Abend mal mit Francois, dem Spüljungen der Wirtschaft, Philosophie und noch etwas studiert hat, einen trinken gehen. Mal sehen wie das wird.


In diesem Sinne

Heute ein kurzer und später Blog

 

Der Britanese

12.5.07 01:39


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