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Ha hier ist noch heute!

Nun, es ist kein Wunder dass Amerika und England im Irak nicht vorwärts kommen, denn solagen dass existenziellste nicht mit dabei ist – ein schweizer Taschenmesser. Das die Spanier keines haben, lassen wir noch mal durch gehen, aber wie soll das da was werden?
Mussten heute ein Stück Holz sägen, und keine Säge im ganzen Betjemans. Na, wie gut das der deutsche Kellner sein Taschenmesser mit hat. Habe es Chris auch sofort empfohlen, aber er sieht das als Artekfakt seiner Kindheit an. Ha, da habe ich es aber mal wieder gezeigt, wie wir es drauf haben. Die Vorurteile gegen uns, sind ja nun nicht ohne. Als ob wir um 5 aufstehen würden, um einen Platz am Strand zu bekommen. Aber wenigstens machen die Engländer sich Gedanken über uns, die Kanadier asozieren uns nur mit dem Großereignis vor 62 Jahren. Und dass wir so Gradlinig sind. Habe mir heute mal den Spaß gemacht, gefragt was so über Deutsche gedacht wird, im Ausland.
Ansonsten war es wieder eher öde, die 2 Tage. Was mir beim mischen einer heißen Schokolade auffiel, muss an dieser Stelle erwähnt werden. Denn ich muss mich immer zusammen reißen, dass ich nicht Ricas Worte in dieser Hinsicht befolge. Denn sie sagte, ich solle die so machen, dass ich meine es schmeckt.
Nun, nachdem mein Geschmack in dieser Hinsicht letztes Jahr sogar von Kindern abgelehnt wurde, denke ich nicht, dass Engländer 10 Löffel Kakao auf 0.5 Liter Milch mögen. Selbst wenn diese noch mit Wasser gestreckt wird.

Und der Gärtner hat auch wieder zugeschlagen. Heute hat er die Rasenkanten mit einer Teleskopschere geschnitten.
Man gönnt sich ja sonst nix!
Aber wenigsten habe ich heute im Laden alle zum lachen gebracht.
Chris kam auf die, nahezu brillante Idee dass ich die Angebotstafel für draußen beschriften soll. Er glaubte mir nicht, dass ich eine sehr schlechte Handschrift habe.
Nachdem er wieder kam, grinste, der Koch meinte dass sogar seine Katze es besser könnte, machte er sich doch selbst daran. Aber immerhin war ich 20 Minuten beschäftigt.

Zu guter Letzt muss ich noch aus meinem derzeitigen Buch zitieren. Es handelt von einem Engländer in Frankreich, der sich mit seiner dortigen geliebten über Essen und Zubereitung streitet.
Sie: Ihr habt keine Kultur, ihr kocht einfach alles.
Er: Das stimmt so nicht, die englische Küche hat sich gewandelt in den letzten Jahren.
Sie: Aha, wie denn?
Er: Nun, wir nehmen mittlerweile mehr die Mikrowelle.


So weit aus England


23.5.07 00:04


Wer hat Mamas Eintrag?

Die Aliens waren es!
Aber zu erst einmal was sonst noch so passiert ist.
Der Donnerstag war bis auf einen schnellen Rundlauf in Barbican recht Ereignislos. Viel los, ich weiß bis heute nicht wo die ganzen Menschen auf einmal her kamen, aber auf jeden Fall waren sie plötzlich da.
Freitag war nur unwesentlich spannender, aber wesentlich weniger los.
Interessant war eine weitere Form des Lunches. Nachdem ich ja nun die Form mit dem Sandwich als Hauptbestandteil schon kenne, habe ich da eine neue erfahren. Liquid-Lunch, was soviel heißt wie „kein festes Essen aber dafür 2 Flaschen Wein“.
Mit weiteren Geschichten will ich nicht langweilen, denn nun kommen Samstag und Sonntag. Zu spät alles, ich weiß. Aber mein Internet hat mich gestern und vorgestern nicht so richtig reingelassen.

Am Samstag war meine Garderobe mal wieder, nun nennen wir es suboptimal. Es war wärmer und sonniger als Wetterbericht und der morgendliche Blick aus dem Fenster vermuten ließen, und so lief ich, mich im eigenen Saft garend, durch London. Aber wenigstens mein Hut kam zum ersten Einsatz, denn es war Sonne da, die es abzuhalten galt.
Auf dem Weg zum obligatorischen Frühstück auf dem Markt, fiel mir dann auf dass die zurück gehende analoge Fotografie ein Stück von uns nimmt. Denn, wie viel würde ich mitlerweile dafür geben, mich einen dieser „wir blockieren für ein Bild vor der Themse den gesamten Uferpfad“ Fotogruppen ins Bild zu laufen, damit die meinen Hinterkopf haben. Aber in Zeiten des Löschenbuttons ist das ja nun nicht mehr ganz so lustig.
Schöner wäre da doch gewesen, wenn beim gemütlichen Bilder schauen in 4 Wochen, sich alle Fragen wem dieser überaus attraktive Hinterkopf gehört.
Nun gut, entschädigt wurde ich damit, das mir eine Gruppe englischer Zwergpfadfinder (Untergruppe der Pfadfinder) über den Weg hoppste, alle schön in Einheitstracht und mit Betreuer. Waren sehr goldig anzusehen.

Und es soll noch mal jemand sagen, dass es in Deutschland keine nennenswerten Modemarken gibt.
Neben mir auf die Mauer, beim Frühstück, setzte sich eine durchaus nicht unattraktive, junge Engländerin. Ihr Kleidungsstil war eher in Retro gehalten ( ihr wisst – Jeans die bei Leuten über 30 einfach schon 15 Jahre alt sind, bei Leuten unter 30 teuer bezahlt wurden). Dazu hatte sie, dem Wetter entsprechend hübsche Birkenstocksandalen der Modellreihe 1 an.
Ansonsten war der Markt eher ruhig, denn es stand eine Art englischer Nationalfeiertag an. Chelsea gegen Manchester, oder so. Finalspiel! Welcher Engländer ist da noch auf der Straße? Die kämpften schon gegen 9 Uhr morgens um den besten Platz im Pub, um den Tag mit einem Liquidlunch anzufangen.


So. Nachdem ich dann frisch gestärkt war, habe ich mich auf schnellstem Wege zum Natural History Museum begeben.
Und nun weiß ich es. Es ist raus. Wisst ihr, warum im Allgemeinen nur Knochen von den Dinosauriern gefunden werden? Überhaupt, wisst ihr warum die ausgestorben sind? Vulkanausbruch? Meteorit? Alles Mumpitz! Aliens haben die erlegt, weil die etwas zum essen brauchten
Das ist zumindest eine, der im Natural-History-Museum vorgestellten Theorien. Wobei diese, sollte man dazu sagen, auf der Tafel der eher unwahrscheinlichen stand. Aber ich halte mich daran fest. Ich finde diese Theorie hat was. Zumindest mehr als „ die Dinos haben ihre frisch gelegten Eier gegessen“. Die fand ich ja mal total nicht gut.
Ansonsten war das Museum sehr schön, wenn auch eher tröge. Die Tiere da waren dann halt doch auch alle schon sehr tot. Entschädigt hat die imposante Architektur des Gebäudes, besonders die kleinen Details. Es ist ein gemauertes, ca 130 Jahre altes Haus. Außen in der Fassade sind auf kleinen Erkern verschieden steinerne Tiere zu sehen. Die Säulen im inneren dienen kleinen Steinaffen als Leiter zu Decke, die mit verschiedenen Blumenbildern versehen ist. Untertitelt mit dem lateinischen Namen, und so originalgetreu wie möglich wiedergegeben.
Wenn man das Alter des Museums betrachtet, und bedenkt dass all die Affen und fremden Tiere vor 100 Jahren wirklich was besonderes waren, betrachtet man die ganze Angelegenheit auch noch mal mit anderen Augen.
In der reichhaltigen Steinsammlung, also wer Steine mag wird hier sein Eldorado finden, war dann übrigens auch ein Messler Stein. Messelite. Germany. Hess. (en wurde vergessen. Glaube ich) Also wenn ihr mal im Museum seid, im Flügel mit den Steinen/Mineralien Schaukasten 35h7 ist das Messelite. Eher unspektakulär, denn ist ein kleines, schwarzes Stück Stein. Aber es war ja doch ein wenig Heimat. Habe es mal auf hessisch gegrüßt!
So. Nachdem ich schon dachte, Fossilien gibt es im Museum nur aus Holzmaden (nicht eine Holzmade, sondern ein Ort in Baden-Württemberg), wurde ich dann in einer kümmerlichen Nebenaustellung doch fündig. Eigentlich habe ich erwartet, dass ein Museum dieser Größe mehr Funde aus Messel hat, aber dem war nicht so. Außer einer Fledermaus-Fossilie gab es nichts an Fossilien. Wir sollten London mal eine Kooperation vorschlagen, um dieser Stadt und besonders diesem Museum zu neuem Ruhm zu verhelfen.
Ein Test wäre: „The original Messler Ur-Horse“. Nun, klingt ja nicht so sehr schlecht!

So. Nach dem Museum bin ich dann weiter gezogen, in Richtung Oxfordstreet, um ein mir empfohlenes Käsegeschäft aufzusuchen. Auf dem Weg dahin kam ich an einem Denkmal vorbei. Wie bereits erwähnt, die gibt es für alles und jeden. Aber dieses war besonders imposant denn es gedachte der „Animals in war“. Nun, da wird das Großenkelchen von Napoleons Pferd, das bei Waterloo fiel (frei ausgedacht *Anmerkung der Red.*) sich aber sicher freuen.
So
Ich bin also schnurstracks weiter um eine Straße namens Moxonstreet zu suchen. Irgendwo Nähe Oxfordstreet. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht verlässlicheres gibt, als londoner Hilfspolizisten. Die haben mir den Weg super beschrieben, denn nach nur 5 Minuten hatte ich die Straße, die laut Kristof irgendwo da liegt, gefunden. Und damit auch einen Laden der sich zu deutsch „die Käserei“ nennt. Mit wunderbaren, ganz einfach präsentierten Lebensmittel, wobei der Käse nun doch das Aushängeschild war. Da erstand ich etwas Brot, auf den Punkt gegartes Roastbeef (also 4 Scheiben! Nicht dass das hier zu dekadent anmutet) und dreierlei Käse. Etwas Rotwein und der Abend war einfach spitze. Aber da es noch zu früher Stunde war, ich nicht gleich heimwärts stürzen wollte, machte ich mich auf dem Weg in den Hydepark, der ja da nun ganz um die Ecke liegt.
Die Sache mit dem Park ist die, dass man Anfangs ein schlechtes Bild von ihm kriegen kann. Es führen Straßen zum Teil durch, und er ist eigentlich nur ein bisschen grün.
Aber das täuscht. Man hat eine wunderbare Abwechslung zwischen altem Baumbestand und Schaugärten. Oder Rasenflächen für Sport und welche mit Liegen. Es gibt einen See in der Mitte, mit einem kleinen Kanalzulauf. Es gibt Denkmäler und Springbrunnen.
Und ja, das beste, auch einige Häuser in der Mitte. Ich frage mich, was genau muss man tun, um ein solches Haus da zu kriegen. Alleine diese Gärten. Nein, eben nicht der Hydepark. Jedes dieser Häuser hat einen eigenen Garten, der noch mal wunderschön angelegt ist, mit Blumen, Rasen, Bäumen und Sträuchern.
Und jede Bank ist gewidmet. Ich glaube, die haben noch nie eine Bank kaufen müssen, also die sind die Verwalter der königlichen Parks, denn jede Bank hat eine Gravur. Mal von einem indischen Geistlichen 1902, oder aber von „Rose für Hermine in Memorial“ 2001.
Man kann also, trauriger Weise, nur hoffen das es auch in Zukunft viele Einflussreiche Londoner gibt die das zeitliche segnen, damit der Park weiterhin so viele Bänke zu Verfügung hat. ( das hoffen wir aber natürlich nur so lange, bis es eine andere Lösung für die Bänke gibt)

Heute war eher unspektakulär.
Der Tag schien sonnig, aber wie gestern habe ich mich schnurstracks falsch entschieden. Es war doch zu kalt für ein Poloshirt. Somit fror ich ein wenig rum, zuckelte mit verschiedenen Bussen zu den verschiedene Orten, las ein wenig im Hydepark (den musste ich ein zweites mal sehen).
Ja. Und so ging der Tag langsam zu Ende.
Ach ja, 2 Limonaden habe ich mir wieder geholt, im gleichen Laden in dem ich letzte Woche die Limo testete.
Eine Erdbeer-Vanille. Ich hätte ja nicht gedacht dass das schmeckt, aber dafür lass ich sogar eine Bionade Litschi stehen (ok, keine Holunder) und eine ganz normale Zitronenlimonade, welche auch sehr gut war, aber nicht annähernd so gut wie die letzte Woche.
Aber ich mag diese Säure, die von den Limos ausgeht.

So weit
London


20.5.07 20:54


http://www.zeit.de/2006/45/Schulz

http://www.zeit.de/2007/21/Schulz

London ist toll
18.5.07 00:02


Mama, ich vermisse deine kommentare auch!

Nicht dass ihr denkt, ich will nicht mehr bloggen! Nein, es ist schlimmer. Es passiert, wenn man so arbeitet, kaum was bloggens wertes. Das Essen ist nun in aller Ausführlichkeit beschrieben (Montag war wieder Sandwichmonday – der ist immer so gut!), das Wetter hat sich auch noch nicht zum besseren gewandt und ein Millionär welcher mich unterstützen will, ist auch noch nicht erschienen. Die letzten 2 Tage. Dafür ging es heute „rund“. Im Vergleich.
Zu erst konnte ich heute morgen nicht meine übliche Kreuzung überqueren weil ein Polizeiauto diese in einer Eilaktion für alles und jeden gesperrt hatte. Zu Stoßzeit. In der Innenstadt. Grund? Naja, kurz nach dem Polizeiwagen kamen dann 5 gepanzerte Polizeiwagen angesaust und flitzten darum. Weiß aber leider nicht wohin, aber wenigstens war es spektakulär!
Beim arbeiten ist mir dann aufgefallen dass, ähnlich dem deutschen „ich weiß nichts zu reden- aber sag, wie ist das Wetter?“ in England dann unwillkürlich, unter den Männern, die Sprache auf Fussball kommt. Ob Anwalt oder Kellner, reicher Mensch oder armer Schlucker, das verbindet sie alle. Der kanadische Koch ist ziemlich einsam, der mag lieber Hockey.
Ansonsten saß ich heute wieder mit einer FAZ bewaffnet im Kipferl, habe mich aber dann doch mit dem Verkäufer da unterhalten. War eigentlich sehr nett, zumal es sehr flüssig von statten ging. Er redet auch, für einen Österreicher, einfach sehr gut deutsch.
Beim gehen hat mich der Hinweis auf einer Bierflasche sehr schockiert. Wusstet ihr das Bier spuren von Getreide enthalten kann? Was mir dann aber den Appetit vollkommen verdarb, war der Hinweis auf dem Nusskuchen! Der kann nämlich Spuren von Nüssen enthalten. Gut dass das da steht, sonst hätte ich als unbedarfter Allergiker bestimmt ein Stück gekauft!

Nachdem es ja die letzten Wochen ruhig um die Männer mit dem grünen Daumen wurde, haben die sich für ca 8qm² Beet mit vollem Einsatz zurück gemeldet. 3 Mann um es umzugraben. Das war ein neuer Rekord. Aber was ich gut finde ist, dass der Obergärtner mit dem Gießen wartet bis es nicht mehr regnet – der wird sonst nass!


Und nun zu guter Letzt, es ist echt nicht viel passiert, eine nette Geschichte aus dem Restaurant. Nachdem vor wenigen Wochen die Creme Brulee in der Speisekarte in flambed Cream umgetauft wurde, um das ganze Englisch zu gestalten, sind die Verkäufe runter gegangen. Zumindest gefühlt. Auch taucht auf einmal die Frage auf, was denn flambed Cream ist.

So weit
Mit Hut
Aus london!


16.5.07 22:54


Regenwetter!


Beneidet habe ich den Besitzer des Standes auf dem Convent-Garden-Market gestern wahrlich nicht. Denn er gehörte zu den wenigen auserwählten die ihren Stand unter freiem Himmel und nicht in der Halle hatten. Zwar half eine Plane dabei, ihn vor all zu viel Wasser zu schützen, aber bei Seitenwind hilft auch die nicht so viel. Ungünstig war in diesem Fall dann aber, dass er nicht wie die anderen Hüte oder Koffer verkaufte, sondern selbst gemachte Seife. Da bekamen die gelben Schilder mit „Achtung rutschiger Boden“ eine ganz neue Bedeutung.

Aber der Reihe nach. Ich habe, auf Grund des schlechten Wetters, nach meinem obligatorischen Marktfrühstück, mir einen Bus ausgesucht der nach eigenen Angaben zum National Transport Museum fährt. Dass dies zu Zeit leider geschlossen ist, abgesehen vom Laden der dazu gehört für die Ubahn-Fetischisten unter uns, stand leider nicht auf seiner Anzeige. Jedoch war direkt neben dem Laden ein Marktgelände, der Convent-Garden-Markt. Die älteren, die sehr älteren unter uns werden jetzt denken „ was den gibt es noch? Da habe ich doch früher immer mein Obst und mein Gemüse gekauft!“ Richtig. Zurück geht er auf ein Kloster, dass 1700irgendwas das permanente Marktrecht erhielt. Im Laufe der Jahre hat sich das dann zu einem Markt mit viel selbst gemachten, wie Seifen, aber auch Schokolade, Tees, Spielzeuge, entwickelt. Da er recht Stadtnahe ist auch sehr an Touristen orientiert, aber er hat seinen ursprünglichen Charme behalten. Schön war vor allem der Spielzeugladen nur für Puppenzubehör. Also Theaterpuppen. So etwas wie die Marionetten aus dem Erzgebirge, aber nur viel mehr. Fingerpuppen Theater, Kasperletheater, große Puppen, kleine Puppen. Alles. 

Danach habe ich dann erstmal einen Ausgedehnten Walk (klingt viel urbaner als Spaziergang!) durch die Peripherie des Marktes gemacht und dabei viele kleine, nette Boutiquen entdeckt. Schuhe, Anzüge. Alles was Mann so braucht. Und auch ein paar für Frauen, wobei es eindeutig an die Männer gerichtet war da.

Nachdem meine Füße dann aber nass waren und zu dem auch schmerzten, suchte ich mir einen Bus nach Pimlico. Es ist einfach die beste Variante eine Stadt kennen zu lernen, besonders diese Stadt, wenn man in den Bus steigt, los fährt und dann da aussteigt wo es einem gefällt. In diesem Fall gab es das nicht, aber auf der Rückfahrt habe ich dann einen urigen, total goldigen, kleinen Hutladen entdeckt. Und da ich sowieso einen Hut brauchte, um den englischen Landhausstil möglichst authentisch nachzumachen, bin ich sofort aus dem Bus gestürzt und in den Laden rein.

Bewegen war mit Umhänge Tasche schon eher kompliziert, was auch daran liegen könnte das die indische Frau des englischen Besitzers und eben dieser die ganze Zeit um dich rumwuseln.

Ein Hut für meinen Kopf zu finden gestaltet sich eher schwer, aber der Inhaber hat mit seinem geschulten Auge erkannt das ich einen Panamahut brauche. Kann man knauschen und ist praktisch im Handling. Auch von der Größe her das richtige für mich. Zwar habe ich noch einige andere aufprobiert, die mir aber nicht standen. Die Frau hat dabei immer die geschätze Größe genannt, während der Mann auf der Leiter stehend die Hüte reichte. Dann noch etwas über „clevere Deutsche“ unterhalten und ich war um einen Hut reicher. Der Laden war wirklich Gold wert!

 

Abends gehörte ich dann wohl zu einem der wenigen Menschen, die in London ein „Früh Kölsch“ aus einem „Gaffel Glas“ trinken und dazu englische Chardonay-Vinegar-Crisps essen. Aber auch das hat was!

 

Heute habe ich dann auf dem nächsten Markt gelernt was Peta heißt: People eating tasty Animals.

 

Der andere Markt war der Spitalfieldmarket nähe der Liverpoolstreet. Der war nun ganz nett, aber nicht so gut wie der Boroughmarket. Auch wenn der sowieso unerreichbar ist.
Schön war die Mischung. Neben spotbilligen 2nd Hand Schallplatten gab es viel Kunst ( am Boden auf gesägte Bierflaschen, mit dem Hals wieder auf den Boden geschmolzen als Trinkpokal). Aber alles in allem ein überlaufener, aber ganz netter Markt.
Interessanter war dann aber mein Walk (ich bin wirklich urban! Das zweite mal im Text) durch die angrenzenden Straßen. Schon früh habe ich mich über die kryptisch anmutenden Zeichen auf den Straßenschildern gewundert und fürchtete schon dass hier die Freimaurer ihr Unwesen treiben. So schlimm war es dann aber nicht, ich bin schnurstracks in das indische Viertel gelaufen. Die sind so schon sehr interessant, bunt und voller guter Gerüche, aber heute war da ein Straßenfest. Ich weiß zwar nicht genau was da gefeiert wurde, aber es war laut und die jugendlichen durften Krach machen. Auch gab es auf den Straßen Stände mit indischem Essen, aber die sahen nicht so Vertrauens erweckend aus. Da lief ich einige Minuten rum, ließ das ganze auf mich wirken und beschloss dass der Multikulti Gedanken nun zu Genüge gefördert wurde und lief langsam wieder Richtung Liverpoolstreet. Da kam ich leider nie an. Auf dem Weg dorthin musste ich an einem Laden vorbei, der nach eigenen Angaben traditionelle, englische Produkte vertreibt. Ich sah die Lemonade (nicht zu verwechseln mit dem was in Deutschland getrunken wird) im Schaufenster und dachte, dass musst du probieren. Es war eine weise Entscheidung. Sie war sauer, aber nicht das man das Gesicht verzieht. Sie war auch süß, aber so dass sie erfrischend bleibt. Abgerundet durch Ingwer für die Schärfe, nicht viel, und einigen Kräutern war sie, eiskalt bei 3°, einfach ein Genuss. Habe mir gleich das Etikett abgemacht, und den Laden notiert, dass ich den wieder finde.

 

Auch ansonsten hatte dieses Viertel viel zu bieten. Stoffläden für die klassischen, afrikanischen Gewänder. Läden mit Abendgarderobe für Kinder. Klamottenläden für Baby, in denen man praktischer Weise auch Lotto spielen kann und Geld in farsi nach Indien überweisen, wenn man da nicht einfach nur eine Portion Curry essen will.

Auch gab es diese kleinen, netten Läden die man in Berlin, ohne es zu wissen- das habe ich nur gelesen, die man in Berlin so oft findet. Lauter unbekannte Schneider, aber auch schon sehr teure Hemdenschneider, neben Zeitungsläden und einer freien Kirche in der jeder, der Priester ist Gottesdienste abhalten darf. Egal welcher christlichen Konfession.

Die Häuser sind alle aus diesem typischen Londoner Backstein ( Marry Poppins grüßt! Schornsteine, Backstein und Hinterhöfe), über all fahren Busse. Es ist wirklich nett da gewesen.

 

So, das war es aber auch schon, zumindest fällt mir gerade nichts mehr ein, was es zu erwähnen sich lohnen würde.

 

Johannes

 

13.5.07 21:04


Regenwetter!


Beneidet habe ich den Besitzer des Standes auf dem Convent-Garden-Market gestern wahrlich nicht. Denn er gehörte zu den wenigen auserwählten die ihren Stand unter freiem Himmel und nicht in der Halle hatten. Zwar half eine Plane dabei, ihn vor all zu viel Wasser zu schützen, aber bei Seitenwind hilft auch die nicht so viel. Ungünstig war in diesem Fall dann aber, dass er nicht wie die anderen Hüte oder Koffer verkaufte, sondern selbst gemachte Seife. Da bekamen die gelben Schilder mit „Achtung rutschiger Boden“ eine ganz neue Bedeutung.

Aber der Reihe nach. Ich habe, auf Grund des schlechten Wetters, nach meinem obligatorischen Marktfrühstück, mir einen Bus ausgesucht der nach eigenen Angaben zum National Transport Museum fährt. Dass dies zu Zeit leider geschlossen ist, abgesehen vom Laden der dazu gehört für die Ubahn-Fetischisten unter uns, stand leider nicht auf seiner Anzeige. Jedoch war direkt neben dem Laden ein Marktgelände, der Convent-Garden-Markt. Die älteren, die sehr älteren unter uns werden jetzt denken „ was den gibt es noch? Da habe ich doch früher immer mein Obst und mein Gemüse gekauft!“ Richtig. Zurück geht er auf ein Kloster, dass 1700irgendwas das permanente Marktrecht erhielt. Im Laufe der Jahre hat sich das dann zu einem Markt mit viel selbst gemachten, wie Seifen, aber auch Schokolade, Tees, Spielzeuge, entwickelt. Da er recht Stadtnahe ist auch sehr an Touristen orientiert, aber er hat seinen ursprünglichen Charme behalten. Schön war vor allem der Spielzeugladen nur für Puppenzubehör. Also Theaterpuppen. So etwas wie die Marionetten aus dem Erzgebirge, aber nur viel mehr. Fingerpuppen Theater, Kasperletheater, große Puppen, kleine Puppen. Alles. 

Danach habe ich dann erstmal einen Ausgedehnten Walk (klingt viel urbaner als Spaziergang!) durch die Peripherie des Marktes gemacht und dabei viele kleine, nette Boutiquen entdeckt. Schuhe, Anzüge. Alles was Mann so braucht. Und auch ein paar für Frauen, wobei es eindeutig an die Männer gerichtet war da.

Nachdem meine Füße dann aber nass waren und zu dem auch schmerzten, suchte ich mir einen Bus nach Pimlico. Es ist einfach die beste Variante eine Stadt kennen zu lernen, besonders diese Stadt, wenn man in den Bus steigt, los fährt und dann da aussteigt wo es einem gefällt. In diesem Fall gab es das nicht, aber auf der Rückfahrt habe ich dann einen urigen, total goldigen, kleinen Hutladen entdeckt. Und da ich sowieso einen Hut brauchte, um den englischen Landhausstil möglichst authentisch nachzumachen, bin ich sofort aus dem Bus gestürzt und in den Laden rein.

Bewegen war mit Umhänge Tasche schon eher kompliziert, was auch daran liegen könnte das die indische Frau des englischen Besitzers und eben dieser die ganze Zeit um dich rumwuseln.

Ein Hut für meinen Kopf zu finden gestaltet sich eher schwer, aber der Inhaber hat mit seinem geschulten Auge erkannt das ich einen Panamahut brauche. Kann man knauschen und ist praktisch im Handling. Auch von der Größe her das richtige für mich. Zwar habe ich noch einige andere aufprobiert, die mir aber nicht standen. Die Frau hat dabei immer die geschätze Größe genannt, während der Mann auf der Leiter stehend die Hüte reichte. Dann noch etwas über „clevere Deutsche“ unterhalten und ich war um einen Hut reicher. Der Laden war wirklich Gold wert!

 

Abends gehörte ich dann wohl zu einem der wenigen Menschen, die in London ein „Früh Kölsch“ aus einem „Gaffel Glas“ trinken und dazu englische Chardonay-Vinegar-Crisps essen. Aber auch das hat was!

 

Heute habe ich dann auf dem nächsten Markt gelernt was Peta heißt: People eating tasty Animals.

 

Der andere Markt war der Spitalfieldmarket nähe der Liverpoolstreet. Der war nun ganz nett, aber nicht so gut wie der Boroughmarket. Auch wenn der sowieso unerreichbar ist.
Schön war die Mischung. Neben spotbilligen 2nd Hand Schallplatten gab es viel Kunst ( am Boden auf gesägte Bierflaschen, mit dem Hals wieder auf den Boden geschmolzen als Trinkpokal). Aber alles in allem ein überlaufener, aber ganz netter Markt.
Interessanter war dann aber mein Walk (ich bin wirklich urban! Das zweite mal im Text) durch die angrenzenden Straßen. Schon früh habe ich mich über die kryptisch anmutenden Zeichen auf den Straßenschildern gewundert und fürchtete schon dass hier die Freimaurer ihr Unwesen treiben. So schlimm war es dann aber nicht, ich bin schnurstracks in das indische Viertel gelaufen. Die sind so schon sehr interessant, bunt und voller guter Gerüche, aber heute war da ein Straßenfest. Ich weiß zwar nicht genau was da gefeiert wurde, aber es war laut und die jugendlichen durften Krach machen. Auch gab es auf den Straßen Stände mit indischem Essen, aber die sahen nicht so Vertrauens erweckend aus. Da lief ich einige Minuten rum, ließ das ganze auf mich wirken und beschloss dass der Multikulti Gedanken nun zu Genüge gefördert wurde und lief langsam wieder Richtung Liverpoolstreet. Da kam ich leider nie an. Auf dem Weg dorthin musste ich an einem Laden vorbei, der nach eigenen Angaben traditionelle, englische Produkte vertreibt. Ich sah die Lemonade (nicht zu verwechseln mit dem was in Deutschland getrunken wird) im Schaufenster und dachte, dass musst du probieren. Es war eine weise Entscheidung. Sie war sauer, aber nicht das man das Gesicht verzieht. Sie war auch süß, aber so dass sie erfrischend bleibt. Abgerundet durch Ingwer für die Schärfe, nicht viel, und einigen Kräutern war sie, eiskalt bei 3°, einfach ein Genuss. Habe mir gleich das Etikett abgemacht, und den Laden notiert, dass ich den wieder finde.

 

Auch ansonsten hatte dieses Viertel viel zu bieten. Stoffläden für die klassischen, afrikanischen Gewänder. Läden mit Abendgarderobe für Kinder. Klamottenläden für Baby, in denen man praktischer Weise auch Lotto spielen kann und Geld in farsi nach Indien überweisen, wenn man da nicht einfach nur eine Portion Curry essen will.

Auch gab es diese kleinen, netten Läden die man in Berlin, ohne es zu wissen- das habe ich nur gelesen, die man in Berlin so oft findet. Lauter unbekannte Schneider, aber auch schon sehr teure Hemdenschneider, neben Zeitungsläden und einer freien Kirche in der jeder, der Priester ist Gottesdienste abhalten darf. Egal welcher christlichen Konfession.

Die Häuser sind alle aus diesem typischen Londoner Backstein ( Marry Poppins grüßt! Schornsteine, Backstein und Hinterhöfe), über all fahren Busse. Es ist wirklich nett da gewesen.

 

So, das war es aber auch schon, zumindest fällt mir gerade nichts mehr ein, was es zu erwähnen sich lohnen würde.

 

Johannes

 

13.5.07 21:03


Oo

Wieso kommen die Leute lange Zeit nicht, um dann alle auf einmal auf die Idee zu kommen, dass da noch eine süße, kleine Weinbar in Barbican ist? Diese Woche war wirklich gut, um nicht zu sagen sehr gut. So viel los war schon lange nicht mehr, aber auch das muss mal sein. Ohne euch zu sehr zu langweilen wollen, muss ich doch ein Kundenpaar beschreiben.

2 mittelalte Damen die sich gediegen mit 1.5 Flaschen Wein die Kante gegeben haben. Bei der zweiten Flasche Wein fragte mich die Dame die orderte woher ich sei.

Germany. Ah, ich war neulich in Bonn. Sehr schöne Stadt, alles sehr liebevoll. Und Köln ist auch sehr schön. Der Dom!

Meint doch glatt die andere, leider völlig ernst: Ist das nicht alles zerbombt und zerstört?
äh nein, der Krieg ist vorüber. Thomas hat mich erst später auf die Idee gebracht zu fragen wie denn die Küste zu Zeit aussieht. Oder irgendwas von V2 brüllend in den Keller zu rennen.

So was, da amüsiere ich mich schon die ganze Zeit drüber.

 

Was ich, das Thema Umweltbewusstsein in England, mal aufgreifen muss ist das Wasser und die Art der Toilettenspülung. Ich weiß nun, warum der Druck hier eher mies ist. Solange es in den Männerstehtoiletten ein Spülungssystem gibt, und das ist hier fast überall installiert, dass  vollautomatisch alle 5 Minuten, 24 Std am Tag, 365 Tage im Jahr, spült ohne dass jemand auf dem Klo war, wird der Druck weiter so niedrig bleiben und das Wasser im Sommer knapp werden. Dass die das nicht verstehen.

 

Ein Grundnahrungsmittel hier sind übrigens die Baked Beans. Die gibt es nicht nur, wie befürchtet, zum Frühstück, nein die taugen für alles.

Ob auf der Pizza, zum Frühstück, beim Grillen oder zum Räuchern, als Nudelsoße oder auf dem Sandwich. Laut Chris sind die so eine Art Grundnahrungsmittel seiner Kindheit gewesen.

Na, und die finden Nutella hier zum Frühstück pervers? Das verstehe ich langsam echt nicht mehr.


So. Das war es auch. Werde morgen Abend mal mit Francois, dem Spüljungen der Wirtschaft, Philosophie und noch etwas studiert hat, einen trinken gehen. Mal sehen wie das wird.


In diesem Sinne

Heute ein kurzer und später Blog

 

Der Britanese

12.5.07 01:39


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